Wildlachs aus Irland

Jedes Jahr fängt die Wildlachssaison ganz langsam Mitte Mai an. Der Grossteil der Wildlachse wurden im Juli und August gefischt.

 

Wie Sie sich vielleicht erinnern, wurde 2006 ein Verbot gegen die Treibnetzfischerei in irischen Gewässern verhängt. Dieses Verbot ist immer noch in Kraft, was die Treibnetzfischerei mit grossen Booten in offenen Gewässern betrifft. Der Grund dafür sind die stark zurückgegangenen Bestände an Wildlachsen in Irland. Dies ist auch der Fall in anderen Ländern, aber soweit wir wissen, ist Irland das einzige Land, das etwas zum Schutz der Wildlachse unternommen hat.

Es werden jedoch eine begrenzte Anzahl von Lizenzen für den Fang von Wildlachsen an Fischer vergeben, die mit kleinen Netzen in den Flüssen fischen dürfen. Dies ist eine sehr manuelle Arbeit, bei der die Fischer zum Beispiel im Wasser stehen und die Netze auswerfen. Die Lizenzen geben genau vor, an welchen Tagen und wieviel Lachse ingesamt gefischt werden dürfen.

Snapnet-Fischen von Wildlachs Burren SmokehouseDie Wildlachssaison fängt um Mitte Mai herum an und geht bis Mitte August. Ein Teil unserer Wildlachse kommt von Flüssen im Süden Irlands, wo sie mehr als 5 km von der Flussmündung entfernt gefischt werden. Dies ist wichtig, da die Lachse auf der Suche nach dem Fluss, in dem sie geboren wurden, manchmal in die Flüsse schwimmen und nach ca. 5 km wieder umkehren, weil ihr Geschmackssinn ihnen sagt, dass es nicht der richtige Fluss ist.

Ein weiterer Teil unseres Wildlachses kommt von einem Fluss in der Grafschaft Kilkenny im Südosten Irlands, wo Birgitta für einen Tag zur Wildlachsfischerin wurde. Dort konnte sie aus erster Hand miterleben, wie die Fischer den Wildlachs auf sanfte und stressfreie Art mit einer althergebrachten Technik fingen, die auf englisch snapnet-fishing heisst.

Das Foto zeigt Birgitta und einen Lachsfischer in einem typischen, flachen Holzboot, das "Nore Cot" genannt wird.

Snapnet-Fischen von Wildlachs Burren SmokehouseSnapnet-Fischen ist eine zeitaufwendige Art des Fischfangs, aber sie traumatisiert den Lachs nicht. Ein Netz wird zwischen zwei Booten gezogen, und wenn die Fischer Bewegung im Netz spüren, ziehen sie das untere Ende des Netzes mit einer schnellen Bewegung hoch. Eine sanftere und nachhaltigere Art des Fischens gibt es nicht!

Nach dem Verbot des kommerziellen Lachsfangs mit dem Treibnetz in irischen Gewässern im Jahre 2006 haben die Lachsbestände wieder ein viel gesünderes Niveau erreicht. Aus diesem Grund hat das Inland Fisheries Board an am Fluss ansässige Fischer Fanglizenzen ausgegeben. Diese Lizenzen gelten für kleine (man könnte sagen: homöopathische!) Mengen an Wildlachs und dienen der Bestandspflege: Wenn nach einer Weile die kritische, für den Erhalt der Species notwendige Menge an Lachsen es bis zu dem oberen Flusslauf geschafft hat und Eier gelegt hat, würden diese "Nester" von einer zu grossen Menge an nachfolgenden Lachsen gestört werden.